<

Max Schranner, Eva Blanché

"Beziehungen im Gartenhaus"
25.06. & 26.06.2009

Eröffnung			Mi 24.06., 19 Uhr
Öffnungszeiten	Do 14 - 20 Uhr, Fr 14 - 20 Uhr

?Wollen wir Tizians Reiterbildnis Karls V. genießen, so ist die erste Bedingung die, dass wir darin nicht Karl V. in Person sehen, wie er leibte und lebte, sondern ein Portrait, den Schein eines Wirklichen, ein Abbildendes. Der dargestellte und die Darstellung sind zwei völlig verschiedene Dinge; wir interessieren uns entweder für das eine oder für das andere. Im ersten Fall ?leben? wir mit Karl V., im zweiten ?betrachten? wir ein einen Kunstgegenstand.
(Ortega y Gasset; Die Vertreibung des Menschen aus der Kunst S.12 )

Nun steht das Gartenhaus der Kunst bereit bezogen zu werden. Eine Doppelhaushälfte wird den Studierenden überlassen, welche beschlossen haben im wöchentlichen Turnus je eine künstlerische Position aus der Akademie und von außerhalb gleichzeitig zu zeigen.
Wer ist nicht von diesem Konzept begeistert?
Wir, das sind Eva Blanché (auswärtige Künstlerin ) und Max Schranner (Akademiestudent ) sind es allemal. Als Mann und Frau werden wir für eine Woche diese Wohnung in Besitz nehmen und mit unserer eigenen Einrichtung ausstatten.
Vertraute Alltagsgegenstände (Melonen, Staubwischer, Pinsel, Spiegel, ein Bett, Beistelltisch mit Lampe und Wecker, ... ), die auf die zweidimensionale Fläche gebannt sind und unser idyllisches, trautes Heim bewohnbar machen sollen.
Auf den zweiten Blick verhält es sich natürlich ganz anders, denn die Gegenstände, die hier in der Malerei auftauchen sind eben wie Ortega sagt völlig verschiedene von den gewohnten Dingen.
Plötzlich erscheint was gerade noch vertraut war fast surrealistisch verfremdet. Die reife Melone und der Staubwedel lassen auf ein erotisches Abenteuer schließen und weisen über das delikat gemalte Fruchtfleisch hinaus. Dies gelingt den beide Künstlern durch die bewusste Vieldeutigkeit ihrer bildnerischen Mittel.
Der vor dem roten Vorhang abgelegte Stöckelschuh zeigt deutlich, wie geschickt der Künstler die Wirklichkeit mimetisch wiederzugeben vermag, doch undeutlich verweist er auf ein Geheimnis. Was sich hinter dem Vorhang befindet, bleibt in Verborgenen, ist aber als Geheimnis immer präsent.
Die uns umgebenden Formen, denen wir im Alltag begegnen, offenbaren, so wie sie in dieser Malerei erscheinen, ihre obskuren Bedeutungsschichten. Vertrautes wirkt plötzlich fremd und das hier gesehene wirkt zurück auf die eigenen vier Wände.